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Der aktive Bürgerverein in Freiburgs nachhaltigem Modellstadtteil Vauban

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Viele Fachbesucher am EXPO Stand Freiburg-Vauban...

Wie der Pressemitteilung der FWTM (Freiburg Wirtschaft Touristik Messe) vom 1. Juni zu entnehmen ist, ist das Fachinteresse am Freiburger Stand groß: „Viele Fachdelegationen nutzten die Informationen, darunter der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages und der chinesische Solarunternehmerverband CNECC“. Den Hauptbesucherzustrom der Expo ziehe es vor allem zu den Nationenpavillons, wo zweistündige Wartezeiten für den Zugang üblich sind. Der zum ersten Mal auf einer Expo ausgestellte Städtebereich wird eher von Fachbesuchern, Fachmedien und politischen, wissenschaftlichen und Verwaltungsdelegationen besucht. Dabei sei Freiburg die einzige der 55 Städte, die den Fachbesuchern eine besonders breite Informationsmöglichkeit biete. Im Gegensatz dazu präsentierten sich andere Städte mit ökologischen Teilbereichen wie Wasser, Entsorgung, Verkehr oder Elektromobilität.

Freiburg-Vauban präsentiert sich daneben sowohl im Deutschlandpavillon mit der Solarsiedlung von Rolf Disch, als im Future-Pavillon. Dort ist Freiburg als einziger Vertreter für Europa mit weiteren vier Städten der übrigen Kontinente präsent. Auf einer Großbildleinwand läuft unter anderem ein Film zum Thema: „Wie sieht Freiburg im Jahr 2045 aus?“ Auf weiteren Bildschirmen sind auch fünf Schüler des Freiburger Friedrich- Gymnasiums zu sehen, die ihre Vorstellungen von einer Stadt, in der sie leben möchten, beschreiben. (gekürzt aus: Vauban actuel 2/10)
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Eingang Vauban/„MI 1 Stadthaus“

Die geplante Bebauung im Eingangsbereich ist inhaltlich noch ungenügend, eine neue konzeptionelle Weichenstellung ist mehr denn je erforderlich und auch möglich. Einmal mehr in der Erfolgsgeschichte des jungen Stadtteils Vauban zeigen die Ideen und Ergebnisse der modellhaften ‚Bürger-Selbst-Beteiligung’ den Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsweisenden Stadtentwicklung. Und auch einmal mehr liegt es an der Stadtpolitik, die konstruktiven Ergebnisse der qualitativ hochwertigen Bürgerbeteiligung ernst zu nehmen und aufzugreifen.

Am 15.April 2010 wurde im Rahmen einer von der Freiburger Stadtbau (FSB) ausgeschriebenen „konkurrierenden Mehrfachbeauftragung“ für die Entwicklung einer Konzeptstudie zur Bebauung des Grundstückes im Eingangsbereich (genannt „MI 1“) die Arbeit des Berliner Architekturbüros Barkow-Leibinger von einer Jury ausgewählt. Die professionell vorteilhaft dargestellte Arbeit ist auf den ersten Blick mit seiner auffälligen Fassadengestaltung und Dachlandschaft sicherlich ansprechend gestaltet - oberflächlich betrachtet. Inhaltlich und konzeptionell liegt jedoch noch einiges im Argen. Und das liegt keineswegs nur an den Architekten, sondern in erster Linie an den Vorgaben der FSB als potentieller Auftraggeberin. Besonders die Frage, ob das dauerhafte Wohnen an dieser verkehrsumspülten Lage, direkt am Busschleifen- und Straßenbahn-Knotenpunkt überhaupt Sinn macht, sowie ob und auf welche Weise sich dies jemals vermarkten lässt. Kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten und mittelfristige Unterkünfte sind hier hingegen durchaus sinnvoll.
Auch stellt sich bei dem Konzept der Stadtbau die Frage, wo denn das auch vom Gemeinderat gewünschte ganz Besondere, das Visionäre und Kommunikative bleibt?
Die auf der Basis intensiver Bürgerbeteiligung entwickelte Konzeptstudie des Teams um den Freiburger Architekten Hubert Horbach wurde bisher nicht berücksichtigt. Und somit drohen die inhaltlich qualifizierten und konstruktiven Ergebnisse des vom Stadtteilverein mit vielen BewohnerInnen durchgeführten modellhaften Beteiligungsverfahrens nach wie vor auf der Strecke zu bleiben.

Hier die wichtigsten Anforderungen an die Bebauung des Eingangsgrundstücks aus Sicht der Bürgerbeteiligung:

1. Ausschließlich öffentliche bis halböffentliche Nutzungen! Keine privaten Eigentumswohnungen u.ä.! Denn das zentrale Eingangsgebäude bietet als Schlussstein der Stadtteilentwicklung die große Chance mit seinen Nutzungen und Angeboten möglichst vielen der über 5.000 BewohnerInnen und auch den angrenzenden Nachbarn im Alltag wirklich dienlich zu sein. (Zumal Vauban mit über 120 Einwohnern pro Hektar sowieso schon die mit weitem Abstand größte Einwohnerdichte aller Freiburger Stadtteile hat.)
2. Ein möglichst transparentes und durchlässiges Erdgeschoss, welches fußläufige und visuelle Verbindungen von Vaubanallee und Paula-Modersohn-Platz anbietet. (s.a. das abgebildete Piktogramm!)
3. Ein ökologisch und energetisch ganzheitliches Konzept, das zukunftsweisende Standards setzt und dem internationalen Vorzeigecharakter des nachhaltigen Modell-Stadtteils gerecht wird. Dazu gehören ein Energiekonzept nach Nullemissionsstandard mit Energieüberschuss (z.B. Orientierung an der „2.000-Watt-Gesellschaft“), regenerative Wärme und Elektrizität, sowie die Einbindung ergänzender Elemente zum innovativen Mobilitätskonzept, zur Abfall- u. Abwasserminimierung, zum Wasser-Recycling u.v.m., (siehe auch den abgebildeten Systemschnitt zum ökologischen Konzept!)
4. Die über 90 Meter lange Nordfassade darf nicht den Charakter einer Rückseite oder eines Hintereingangs bekommen. Alle vier Seiten sollen sich als einladende Geste im Sinne einer gelungenen Eingangssituation präsentieren.
5. Wirksames Konzept zur höchstmöglichen Eindämmung der Verkehrsemissionen, sprich Lärm- und Schallschutz sowie Bindung von Feinstaub

Der bürgerbeteiligte Entwurf erfüllt all diese elementaren Anforderungen an eine visionäre und nachhaltige Eingangsgestaltung in den Stadtteil Vauban. Die komplette Konzeptstudie ist im Internet zu sehen.
Die Arbeit von Barkow-Leibinger findet sich auf der Homepage der Freiburger Stadtbau GmbH, Rubrik „MI 1 Stadthaus Vauban“.

Wie geht es weiter?
Noch ist es für die Stadtpolitik und ihre Tochtergesellschaft, die Freiburger Stadtbau (FSB), nicht zu spät, die Weichenstellung zu korrigieren. Dies wäre wohl auch mit dem attraktiven Entwurf von Barkow-Leibinger machbar, in dem das Konzept der Stadtbau GmbH entsprechend modifiziert wird und die genannten Anforderungen in die weitere Planung integriert werden.
Es wäre nicht nur traurig und ärgerlich, wenn die inhaltlich qualifizierten Ergebnisse der Bürgerbeteiligung „sang- und klanglos“ auf der Strecke bleiben, sondern ein unwiederbringlicher Qualitätsverlust. Festzuhalten ist, dass im Rahmen der Mehrfachbeauftragung die BewohnerInnen des Stadtteils nur mit dem Entwurf einer Konzeptstudie und einer einzigen Stimme in einer 12-köpfigen Jury, also quasi symbolisch, vertreten waren. Und mit dem Ausscheiden der mit Bürgerbeteiligung entstandenen Konzeptstudie in dieser Konkurrenz, sind auch die inhaltlich und konzeptionell erarbeiteten Details und Beiträge komplett ausgeschieden. Dieses Prozedere sollte also im Sinne eines fortschrittlichen Gemeinwesens und ernst gemeinter Beteiligung der Bürgerschaft, also lediglich als ein weiterer Zwischenschritt im Rahmen eines kooperativen und lernenden Planungsprozesses verstanden werden.
Wenn die Stadtpolitik und die FSB bereit sind, den begonnen Dialog nun kooperativ fortzuführen, so wird sich dies erfahrungsgemäß letztendlich für alle Beteiligten nachhaltig lohnen. Der Stadtteilverein und die Bewohnerschaft sind nicht nur dafür offen, sondern sehr daran interessiert. Die Eröffnung der 3. Etappe des modellhaften Beteiligungsverfahrens steht also vor der Tür!

Unser ganz besonderer Dank gilt dem Architekten Hubert Horbach und seinem Team sowie seinen Kooperationspartner bei der Fachplanung (Solares Bauen, Martin Uffheil, Energiekonzept/Bauingenieure Mohnke & Höss, Tragwerkskonzept/Pit Müller, Garten- und Landschaftsarchitekt, innovative Pflanzenfassade/ISW, Wolfgang Rink, Schallschutzkonzept) für das große und kompetente Engagement zugunsten der Bürgerbeteiligung.

Bobby Glatz für den AK Eingang, Vorstand des Stadtteilvereins Vauban

Nachwort/Appell

Wo bleibt die Präsentation der Ergebnisse auf der EXPO 2010?

Obwohl die Freiburger Stadtbau in den Rahmenbedingungen für den Wettbewerb, die im Einvernehmen mit der Mehrheit des Gemeinderates beschlossen wurden, die Präsentation aller Ergebnisse der Konzeptstudie im Rahmen der EXPO 2010 in Shanghai in Aussicht gestellt hat, wird aktuell nur die ausgewählte Arbeit der Architekten Barkow-Leibinger dort präsentiert.
Für alle sechs beauftragten Architekturbüros war dies, angesichts des großen Aufwands bei verhältnismäßig geringer Aufwandsentschädigung, ein wesentlicher Motivationsgrund für die Teilnahme an diesem Verfahren. Diese interessanten Varianten und qualitativ sehr hochwertigen Arbeitsergebnisse einfach in der Schublade verschwinden zu lassen, wäre nicht nachvollziehbar und zudem ein unnötiger Qualitätsverlust für die internationale Darstellung der Stadt Freiburg und den Modell-Stadtteil Vauban.
Wir bitten deshalb die Stadt Freiburg und die FWTM im Sinne der Gleichbehandlung und Fairness nachdrücklich, auch die anderen Arbeiten, und allen voran die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung, umgehend in die EXPO-Präsentation mit aufzunehmen!

10.06.2010, Vorstand des Stadtteilvereins Vauban e.V.
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Aktuelles zum Eingangsgrundstück

Im Schreiben vom 27.11.09 an die Stadtbau - und GR-Fraktionen teilte der Stadtteilvereinsvorstand u.a. mit:
Zur Entscheidung in dieser wichtigen Angelegenheit - der Benennung eines Architekturbüros und eines Jurymitglieds - werde am 13. Januar 2010 um 20.15 Uhr eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Seitens des Stadtteilvereins bestehe nach wie vor die Erwartung, dass die Stadträtinnen und Stadträte am 15.12.09 die Entscheidung über das Eingangsgrundstück vertagen und somit der Bewohnerschaft des Quartiers die erforderliche Zeit einräumt wird, um das viel versprechend gestartete und professionell organisierte modellhafte Beteiligungsverfahren erfolgreich abzuschließen. In einem Brief an Oberbürgermeister und Gemeinderat sprach sich der Vorstand zudem für eine offenes Beteiligungsverfahren mit Ideenwerkstatt und einen flexiblen Umgang mir dem Bebauungsplan aus. Wichtige Termine: Öffentl. Sitzung des Gemeinderates am Dienstag, 15.12.09 ab 16.15.Uhr im Rathaus: Entscheidung zum Vorgehen in Sachen Eingang Vauban / „M1“
Die zweite Etappe des Beteiligungsverfahrens wurde offiziell eröffnet. Jetzt reinschauen und mitmachen unter http://www.eingang-freiburg-vauban.de und www.eingang-freiburg-vauban.de. Dort werden auch die weiteren Termine veröffentlicht, z.B. für den nächsten Modellbau-Workshop im Januar 2010.
Mittwoch, 13.01.2010 um 20,15 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung des Stadtteilvereins zu „M1“ im großen Saal, Stadtteilzentrum.

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